Wohlstand für alle!

Genau 60 Jahre ist es her, dass Wirtschaftsminister Ludwig Erhard im Jahr 1957 sein Buch „Wohlstand für Alle“ veröffentlichte. Bis heute kann man fast täglich lippenbekennende Pharisäer hören, die vorgeben Ludwig Erhards Konzept der „Sozialen Marktwirtschaft“ verpflichtet zu sein. Allen voran auch unsere Kanzlerin, die bei allem Nachdenken einfach nicht darauf kommt, was wir in diesem Lande vielleicht besser machen könnten. Manch rabiate Lehrpersonen werden sich provoziert fühlen, ihr Erhards Buch so lange um die Ohren zu hauen bis etwas vom Inhalt in die grauen Hirnzellen diffundiert wäre.

Mir würde es bereits vollkommen genügen, wenn Frau Merkel von Zeit zu Zeit Erhards Buch auf dem Nachttisch liegen hätte. Um ihrem Tatendrang eine Richtung zu geben, seien hier als Anregung nur die ersten Sätze von Ludwig Erhard zitiert, mit denen er im Kapitel 1 startete. Das Kapitel 1 überschrieb er mit „Der rote Faden“:

„…so wollte ich jeden Zweifel beseitigt wissen, daß ich die Verwirklichung einer Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag. Am Ausgangspunkt stand der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden.

Diese überkommene Hierarchie war auf der einen Seite durch eine dünne Oberschicht, welche sich jeden Konsum leisten konnte, wie andererseits durch eine quantitativ sehr breite Unterschicht mit unzureichender Kaufkraft gekennzeichnet. Die Neugestaltung unserer Wirtschaftsordnung mußte also die Voraussetzung dafür schaffen, daß dieser einer fortschrittlichen Entwicklung entgegenstehende Zu- stand und damit zugleich auch endlich das Ressentiment zwischen „arm“ und „reich“ überwunden werden konnten.“

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