Was sind die wirklichen Ursachen der Verschuldung?

Vom Statistischen Bundesamt kann man jährlich detaillierte Daten zur Überschuldungssituation in Deutschland erhalten. Auch die Gründe für entstandene Überschuldungssituationen sind erfasst und veröffentlicht. Als Ursache Nr. 1 wird mit 21,1 % die „Arbeitslosigkeit“ genannt. Es folgen als weitere Hauptgründe „Krankheit, Unfall, Sucht“ (14,7 %),  „Scheidung und Tod des Partners“ (13,0 %), „unwirtschaftliche Haushaltsführung“ (10,9 %), gescheiterte Selbständigkeit“ (8,4 %) und ein „längerfristiges Niedrigeinkommen“ (5,6 %).

Es ist zweifelsohne  eine Bankrotterklärung für jeden Sozialstaat, wenn Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Unfall so schnell in die Verschuldung führen können. Interessant ist auch die Frage, wie die Statistik ein „längerfristiges Niedrigeinkommen“ definiert. Fakt ist, dass das monatliche Netto-Einkommen eines überschuldeten Single-Haushalts in 57 % der Fälle unter 900 € liegt, in 83,3 % unter 1.300 €.

Vielleicht ist der Hauptgrund für Verschuldung einfach Armut?

Das Attribut „arm“ darf allerdings nicht jeder einfach verwenden, der sich arm fühlt. Diese Attribute sind exakt definiert. Wer als „Armer“ in Deutschland akzeptiert werden will, der muss zunächst die Grenze der „Armutsgefährdung“ (60 % des Netto-Medians = 1033 € in 2015) nach unten durchbrechen. Hat er das getan, dann kann er sich zunächst am Existenzminimum  orientieren (43 % des Netto-Medians = 741 € in 2015). Wer unter dem Existenzminimum verdient, darf sich deshalb aber noch nicht als „Armer“ fühlen. Denn laut Definition ist jeder, der über monatlich  689 € netto und mehr verfügt, lediglich als „relativ arm“ zu bezeichnen. Sollte nicht jeder dieser Arschgeigen, die an der Ausarbeitung dieser Armutsklassifikation mitgearbeitet hat, für mindestens 12 Monate in der Praxis den Unterschied zwischen „arm“ und „relativ arm“ selbst live erleben dürfen.

Hier gibt es die komplette Überschuldungs-Statistik

 

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