Endloses Insolvenzverfahren? Vielleicht dem Insolvenzverwalter mal auf die Füße treten lassen

In den meisten Verfahren tut der Insolvenzverwalter das, was er am besten kann: nämlich NICHTS. Das liegt auch daran, dass er sich vielfach vor Aufträgen kaum retten kann. Stets sind die neuen Fälle die interessantesten (denn jeder neue Auftrag kommt als „Wundertüte“ kleines oder eben dickes Geld zu verdienen 😎). Derweil liegen die Altfälle in der Ecke und stapeln sich. Zwar regelt § 196 InsO die sogenannte „Schlußverteilung“, aber die Insolvenzverwalter wären ja keine Insolvenzverwalter, wenn sie sich ums Recht scheren würden.

Deshalb ist jedem Schuldner nur zu raten, den § 196 InsO zu kennen. Darin heißt es:

  „Die Schlußverteilung erfolgt, sobald die Verwertung der Insolvenzmasse mit Ausnahme eines laufenden Einkommens beendet ist.“

Die führenden Kommentatoren des Insolvenzrechts sind sich einig, dass die Schlussverteilung so bald wie möglich erfolgen soll. So soll die Vermögenssituation des Schuldners zügig bereinigt werden und die Insolvenzgläubiger sind möglichst zeitnah an den erzielten Verwertungserlösen beteiligt.

Insofern ist eine schnelle Insolvenzbeendigung nicht eine „Gnade“ des Insolvenzverwalters, sondern das gute Recht von Schuldner und Gläubiger. Dauert alles zu lange, dann einfach mal einen Anwalt suchen, der sich damit auskennt. Er kann dann vorstellig werden und Gericht und Verwalter mal Gesetzeszitate vorlegen und gegebenenfalls bei der Interpretation helfen. 🤓

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