Die große Sorge „Insolvenzverschleppung“

In der Krise versuchen viele Schuldner vor der Insolvenz wegzulaufen. Die Augen werden geschlossen, der Kopf tief in den Sand gesteckt. Wenn einen dann die Realität einholt und langsam die Erkenntnis reift, dass ein Insolvenzverfahren wohl unausweichlich wird, dann werden bei vielen Stresshormone ausgeschüttet. Ursache dafür ist der Gewissensbiss: „Habe ich mich jetzt der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht?

Zum Glück ist diese Sorge meistens unbegründet, denn Insolvenzverschleppung gibt es grundsätzlich nur dann, wenn keine natürliche Person, also kein Mensch, letztendlich für die Schulden haftet. In der Praxis müssen daher vor allem Geschäftsführer von GmbHs und GmbH & Co. KGs sowie Vorstände von Aktiengesellschaften die Vorschriften bzgl. Insolvenzverschleppung beachten. Die findet man übrigens im § 15a der Insolvenzordnung (InsO).

Das heißt, dass es die Gefahr sich diesbezüglich strafbar zu machen, für Verbraucher, Kaufleute und Gesellschafter von einer GbR, OHG oder KG nicht gibt. Gleichwohl muss man beachten, dass es Probleme geben kann, wenn man die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorsätzlich verzögert. Vor allem, wenn dadurch die Schulden weiter ansteigen. Deshalb droht die InsO dem Schuldner auch an, dass auf Gläubigerantrag hin, die Restschuldbefreiung verwehrt werden kann, wenn der Schuldner ohne Aussicht auf eine Besserung seiner wirtschaftlichen Lage die Eröffnung des Insolvenzverfahrens verzögert hat.

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