Bevor du in die Insolvenz gehst: immer Girokonto in ein P-Konto umwandeln!

Die wenigsten verstehen, was in einem Insolvenzverfahren eigentlich passiert. Deshalb hocken sie da und harren der Dinge, die so kommen. Mehr oder weniger verzweifelt, immer mit dem Schlimmsten rechnend. Einer der ganz großen Aufschreie kommt dann, wenn der Geldautomat die Karte schluckt oder die Bank sagt: „Sorry, hier gibt es nichts mehr! Sie sind ja in Insolvenz. Da können wir auch nichts machen. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Insolvenzverwalter!“ Die, die nichts verstehen, behaupten dann gern, dass jetzt auch noch das Konto gepfändet sei. Das stimmt aber nicht. Wer weiß was abgeht, hat das alles kommen sehen und längst vorher geregelt.

„Verfügungsbefugnis“ oder auch „Verfügungsmacht“ heißt das Zauberwort. Diese Macht – sein pfändbares Vermögen betreffend – verliert der Insolvente nämlich mit Insolvenzeröffnung. Folglich kann er auch nicht mehr über sein Geld verfügen, es nicht abheben, es nicht überweisen. Gemäß Insolvenzordnung (InsO) überträgt das Gericht diese Verfügungsbefugnis nämlich auf den Insolvenzverwalter. Nur er kann dann noch entscheiden, was mit dem Geld auf dem Konto geschieht. Ist das Geld auf diesem Konto wirklich unpfändbar, so wird es der Verwalter „freigeben“. Das bedeutet, er wird in einem Brief gegenüber der Bank erklären, dass der Schuldner wieder über das Konto verfügen kann. Aber das dauert alles. In dieser Zeit werden einige bereits wahnsinnig! Und Tage können sehr lang werden, wenn man keinen einzigen Cent mehr zur Verfügung hat.

Deshalb mein Insolvenz-Tipp: Vor der Insolvenz ab zur Bank und das Girokonto in ein „Pfändungsschutzkonto“ (P-Konto) umwandeln. Damit ist sichergestellt, dass die Verfügungsbefugnis des Insolventen über dieses Konto nicht auf den Insolvenzverwalter übergeht (denn der wird ja nur Verwalter des pfändbaren Vermögens). Diese Tatsache ist zwar nicht allen Banken und Insolvenzverwaltern bekannt, denn Inkompetenz ist bekanntlich grenzenlos und weit verbreitet. Zur Not kann man es denen aber schneller mit der Holzhammer-Methode in den Kopf hämmern, als ansonsten eine Kontofreigabe zu erreichen.

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