8. Irrtum: „Der Insolvenzverwalter ist der Berater des Schuldners!“

Insogenes gibt Insolvenz-Tipps, wer er ist. Witzige Strichzeichnung in Cartoon-Art von Insogenes dem frechen Insolvenz-Philosophen.„Immer wieder könnte ich aus der Haut fahren, wenn ein Schuldner von seinem ‚Insolvenzberater‘ spricht, aber seinen Insolvenzverwalter meint. ??? Das ist ja wirklich voll daneben, denn die Beratung des Schuldners ist weiß Gott nicht der Job des Insolvenzverwalters. Dieser vertritt offiziell zunächst mal die Interessen der Gläubiger und er hat jeden Teppich hochzuheben, ob denn darunter noch etwas Pfändbares versteckt sei, das er dann verwerten kann, um den Verlust der Gläubiger möglichst gering zu halten.

Aber die Mär von treuhänderischen Ehrenmann, der nur das Wohl seiner Nächsten im Auge hat, kommt der Wahrheit ebenso wenig nahe, wie die des Insolvenzberaters. Das was der Insolvenzverwalter am besten kann ist erst mal die eigenen Taschen füllen und ansonsten nichts tun. Unverbindich sein, unsichtbar sein, unerreichbar sein. So lernen die meisten Insolvente ihren Insolvenzverwalter kennen. Die Quote derer, die im ganzen Verfahren ihren Insolvenzverwalter niemals kennenlernen, kennt niemand so genau, aber sie ist erheblich. ?

Was kann man denn einem Schuldner nun raten, wenn es um den Umgang mit seinem Verwalter geht? 1. Traue ihm nie! Die meisten seiner Zunft zögern keinen Moment, den Schuldner mit Erstunken und Erlogen bei Gericht in Schwierigkeiten zu bringen. 2. Nicht sprechen und telefonieren! Immer schreiben. Nur Geschriebenes hat im Falle eines Falles wenigstens etwas Nachweiskraft. 3. Nie glauben, alles sei gut, nur weil der Insolvenzverwalter nichts sagt und sich nicht meldet. Das zeigt nichts, außer dass er sich um nichts kümmert und in seinen Augen Besseres (= Lukrativeres) zu tun hat. Der Schuldner selbst muss wissen, was jeweils seine Bringschuld ist. Weiß er das nicht und vertraut blind darauf, der Verwalter wird es schon richten, der wird er am Ende schneller in die Pfanne gekloppt als er gucken kann. ?  Nicht umsonst scheitern die meisten Restschuldbefreiungen an der mangelnden ‚Mitwirkungspflicht‘. Dieses Gummiargument weiß der Insolvenzverwalter flexibel zu nutzen. Gelackmeiert ist am Ende stets einer – der Schuldner.“

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